"Olympia 2028 oder Studium"

Wenn Simon Rieth über Boxen spricht, fällt sofort ein Wort: Leidenschaft. Der 21-Jährige aus Hamburg gehört zu den vielversprechenden Nachwuchstalenten im deutschen Boxsport – und geht nun konsequent den nächsten Schritt: Ab dem 1. September trainiert er am Landesstützpunkt Schwerin – und hat so einiges vor.

 

Das Boxen wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt: Sein Vater – selbst Boxtrainer und Besitzer des Hamburger Agon Boxgyms – nahm ihn bereits früh mit in die Halle, von klein an schnupperte er Kampfsportluft und sah den Großen beim Trainieren zu. Mit acht Jahren stieg er selbst ins Training ein und fand großen Gefallen daran – auch, wenn er im Alter von fünf bis zehn Jahren regelmäßig dem Judosport nachging. Die Faszination für das Boxen setzte sich schließlich aber durch. Mit zehn Jahren stand er zum ersten Mal im Ring. „Am Anfang hat es einfach Spaß gemacht, mit den Jungs im Verein zu trainieren. Irgendwann wollte ich dann wissen, wie weit ich kommen kann," erinnert sich der heute 21-Jährige.

 

Die vergangenen Jahre brachten wichtige Entwicklungsschritte. Für den BC Traktor Schwerin boxte Simon mehrfach in der Bundesliga (2023, 2024, 2025), holte zwei Team-Meisterschaften und stieg schon mehrfach im Trikot der Nationalmannschaft in den Ring – erst kürzlich beim Eindhoven Cup. Doch der gebürtige Hamburger will mehr. „Ich bin ehrgeizig, will mich messen und weiterkommen. In Schwerin finde ich die besten Bedingungen, um mich auf höchstem Niveau zu entwickeln."

 

Und so entschied er sich schließlich für den Schritt raus aus der Heimatstadt und hin zum Landesstützpunkt in Schwerin, der eine große Tradition hat. Genau das reizt Simon: die tägliche Arbeit mit Top-Trainern, die Vielzahl starker Sparringspartner und die Möglichkeit, sich ganz auf den Sport zu konzentrieren. Denn sein Ziel ist klar: „Entweder boxe ich 2028 beim Olympia in LA oder fange ein Studium an." Selbstredend bevorzugt er ersteres. Dafür trainiert er hart – aktuell bis zu zehnmal die Woche, denn: „Ich komme gerade aus einer zweimonatigen Verletzungspause und befinde mich derweil im Aufbau, um wieder 100 Prozent fit zu werden und in Schwerin richtig Gas zu geben."

 

„Ich will zeigen, dass man mit Disziplin, Mut und einer klaren Linie im Kopf viel erreichen kann," sagt Simon und beschreibt sich selbst als Boxer „mit Kopf. Ich denke, ich kann mit einer guten Beinarbeit punkten und zeichne mich dadurch aus, dass ich stets taktisch und schlau in einen Kampf gehe und mich nicht von Emotionen steuern lasse." Und gerade deshalb würde er seinem 15-jährigen Ich folgenden Tipp mit auf den Weg geben: „Ziehe immer weiter durch und gebe nie auf. Irgendwann wirst du die Früchte deiner harten Arbeit ernten. Und vor allem: Denk nicht so viel nach, sondern mach!"

 

Neben dem Training ist für Simon auch das Umfeld wichtig: Freundin, Freunde, Familie, aber auch Fußball oder Basketball geben ihm den Ausgleich, den er braucht. „Boxen ist ein großer Teil meines Lebens, aber ich brauche eine gewisse Balance," sagt er.


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